Geschichtengarten an der Ahr

 

 

Unser erstes Projekt ist gestartet, Herr Dr. Smolenski hat uns einen Teil des Gartens der Dr. von Ehrenwall’sche Klinik zur Verfügung gestellt. Hier wird ein Garten mit den Menschen entstehen dürfen, ein erster Plan steht schon bereits.

 

 

 

Vom privaten Hilfsprojekt zum Geschichtengarten – Entstehungsgeschichte.'

Wir wollen einen Gemeinschaftsgarten entstehen lassen, eine „grüne Oase für Alle“!

Wir, das ist der gemeinnützige Verein glasklAhr e. V., Tamara Segers und Reinhard Boll im Vorstand. 

Wir sind aus einer privaten Hilfsinitiative nach der Flut im Ahrtal entstanden und möchten hier in Ahrweiler einen freien Innovations- und Kooperationsraum aufbauen. 

 

Nach der Flut braucht es dringend helle, klare, transparente Lichtblicke und Räume, die in neue Perspektiven und Möglichkeiten einladen. Räume sind Gelegenheiten ebenso wie örtliche Räumlichkeiten – innerlich und äußerlich, drinnen und draußen. glasklAHR versteht sich als Impulsgeber, Initiator und Beteiligungsplattform - ein vielfältiges Netzwerk für die aktive Mitgestaltung der eigenen Region im Aufbau. Durch Inspiration und gezieltes Empowerment will glasklAhr die Menschen dabei begleiten, ihre Potentiale und Kompetenzen (wieder) zu entdecken bzw. zu entfalten, um partizipativ die passenden Lösungen für die aktuellen Herausforderun­gen zu generieren. d.h. die Ideen zum nachhaltigen Wandel werden nicht von uns vorgegeben, sondern von den Menschen der Region eingebracht. Sie sollen beim Neuaufbau gestaltend mitwirken, in ihre Begeis­terung finden, ihr Wissen teilen, mit anderen dazuler­nen und sich ko-kreativ und intergenerativ in Projekt­gruppen zusammenfinden. Gemeinschaft und Heilung erleben.

 

Jetzt, 12 Monate nach der Flut, wo die körperlichen Kräfte nachlassen, seelisch-geistige Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit spürbar sind, fehlt es an langfristigen und beständigen Anlaufstellen. Orte der Begegnung, die Selbständigkeit fördern. Gerade jetzt braucht es geschützte Orte, wo die erschütterten und müden Menschen Auszeit und Halt in Gemeinschaft finden. Wo sie Zuversicht und Vertrauen schöpfen. Wo sie empfangen und aufgefangen werden, mit den Samen, die sie in sich tragen. Wo ihnen Gelegenheit und andauernde Ermutigung gegeben wird, ihre Potentiale und Stärken wieder zu erkennen und zu entwickeln.

 

Jetzt geht es darum, dass sich die Menschen ko-kreativ und sinnhaft ausprobieren und einbringen, um ihren zerstörten Lebensraum eigenverantwortlich, partizipativ und nachhaltig mitzugestalten.

 

Jetzt brauchen die Menschen Räume der Gemeinschaft und bunte Treffpunkte, die ermutigen und Kraft geben.

 

Genau hier setzt daher unser erstes Projekt an.

Im Garten können Tomaten, Kräuter und Blumen wachsen – aber auch das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten, die Lebensfreude, Wissen und vor allen Dingen: Gemeinschaft.

 

Ebenso erzählt ein Garten Geschichten, genau wie unser Leben:

  • persönlichkeitsabhängig gestaltet

  • von der Natur geprägt

  • im Lauf der Jahreszeiten genauso wie im Lauf des Lebens

  • von Geburt bis zum Tod

  • von Dürre und Fülle

  • von grau bis bunt

 

So darf auch „unser“ Garten sein, der Garten an der Ahr, der Geschichten erzählt. Die Geschichten der Menschen, die hier gepflanzt haben. Persönliche Geschichten von der Flut, Abschied, Sehnsüchte, Hoffnungen, Visionen. Als Briefe, als Gedichte, als Collagen, mit Fotos oder Steinen, nach Außen durch Gestaltung im Garten sichtbar gemacht oder in Gedanken verweilend, Zeugnisse vom Leben – sichtbar oder unsichtbar mit hineingegeben in die Erde. Gemeinsam etwas Neues säen und einpflanzen – da wo die Flut das Feld geebnet hat. Das Wachsen und Gedeihen der Natur überlassen. Die Geschichten auch. Darauf vertrauen, dass entsteht, was entstehen will. Organisch, in seiner eigenen Zeit. Heilung einladen für das, was die Herzen bewegt. Heilung, die uns das Leben schenkt.

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